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Ora e Paqes
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BOOK RELEASE
05.20.11
08.26.11


  Books on Marinaj
Adnan Mehmeti - Gjekë Marinaj, më shumë se poet
Adnan Mehmeti - Gjekë Marinaj, më shumë se poet
Adriatic Press, New York
German flag
German
Brandenburg Gate, Berlin, Germany Übersetzer: Rainer Schulte

Gjekë MARINAJ


ZWEI HIMMEL ZWISCHEN MIR UND MEINEM ICH

Gleich einer weissen Seite vor dem Gedicht
sitze ich neben mir
in dem ausgeleiherten Schoss des alten Arboretum.
Zwei Himmel erheben sich steif in meinem Leib
verschlungen in der Sprache ihrer Spaltung.
Ich besitzte keine Sprache die diesen Raum ausfüllen kann.

Meine Erschöpfung nistet sich langsam im hohlwangigem Schilfrohr
klingend in melancholischen Tönen mit Flöten Vibrato.
Wie viele Jahre muss ich auf die Ewigkeit warten?
Wenn dieses Leben nur von traurigen Tönen viebriert
oder verräterisches Quecksilber als Hauch aufsteigt-
ein kleiner Lear am Horizont
oder ein Schatten von Macbeth in meinen Adern.
Sollte dieses Leben nichts Weiteres anbieten,
dann möchte ich mich nicht von diesem alten Garten wegwenden,
Das Feiern von zwei Welten,
Pflanze und Puls, Saft und Blut.

In der Wüste wird jeder Regentropfen
zum Leben in einer vertrockneten Lunge.
Deshalb komme ich hier her
mit meiner traurigen, schweren Last,
gleich einem Stein gehauen aus der Zeitwand
oder einer leeren Batterie, deren Pole
die Zunge nicht mehr verbrennen.
Hier wandere ich
atme ein
und falle belaubt in die von Vanilla durchdrungene Luft
Hier-in dem unendlichen Herbst.


AMERIKANISCHE OBDACHLOSE

Du gehst als ob Du Dich verirrt hättest,
an hölzernen Blicken
von gut ausgestatten Mannequins vorbei,
deren Gliedern
sich erwärmen hinter dem Glas
der Schaufenster
im gefeierten Amerika.
Du gehst mit Fussblasen
entlang des Mythos verrotteter Balken,
deine Tränen wie Splitter unter deinen Füssen.
Deine Sätze tragen keine Unterschrift,
doch deine Traurigkeit erklingt
selbst hier in der ausgehöhlten Leere
meines Heimweh Herz.


PFERDE

Unser ganzes Leben besteht aus Rennen,
unser Blick immer nach vorne gerichtet.
Was hinter uns passiert, erregt die Furcht in uns.
Wir haben keine Namen.
Man nennt uns einfach Pferde:
Wir weinen nicht,
Wir lachen nicht,
Wir treiben uns ins Schweigen.
Wir lauschen,
Wir essen was uns vorgestellt wird.
Wir gehen wohin wir sollen.
Uns entgeht das Verständnis.
Für des Königs Pferd
entstand ein hoher Posten.
Für das Pferd der Prinzessin
erschuf man einen goldenen Sattel.
Für des Bauern Pferd
ein Sattel aus Stroh.
Das wilde Pferd
warf man ins Freie.
Doch vor den Menschen
waren wir Pferde und werden es bleiben.

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